Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung in Klausen (Eifel)
Die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung in Klausen (Eifel) – Jodocus Prüms letztes Projekt.

Jodocus’ letztes Projekt war die Renovierung der Wallfahrtskirche in Klausen. Das Eberhardfässchen am Kirchturm erinnert an ihn.

Bedeutendster spätgotischer Bau der Südeifel

Die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung in Klausen (Eifel), auch Eberhardsklausen genannt, gilt als „bedeutendster Bau der Spätgotik in der Südeifel und im Moseltal“. Die heutige Kirche wurde am 4. September 1502 durch Weihbischof Johann von Eindhoven geweiht; die Wallfahrt selbst reicht bis 1440 zurück. Im 19. Jahrhundert war Klausen nach St. Matthias in Trier der zweitwichtigste Wallfahrtsort der Diözese Trier; heute zählt sie zu den größten Marienwallfahrtsorten in Rheinland-Pfalz (rund 100.000 Pilger im Jahr 2000). (500 Jahre Wallfahrtskirche Klausen, Mainz 2003, Beiträge Daentler, S. 161, und Freytag, S. 261 ff.)

Der Überlieferung nach stellte der aus der unmittelbaren Umgebung stammende Bauer und Winzer Eberhard 1440 eine kleine Marienfigur in einen Bildstock. Nach einer Erscheinung Mariens errichtete er 1442 ein Häuschen, das er Eberhardsklause nannte. Eine erste Kirche wurde 1449 geweiht; 1474 folgte die Erweiterung des Chores, 1491 unter Prior Gerhard von der Lippe der Einbau der Sakristei mit darüberliegender Bibliothek. Die Augustiner-Chorherren der Windesheimer Kongregation, die Erzbischof Jakob von Sierck 1461 an die Klause berufen hatte, vollendeten den Bau der heutigen Kirche 1502. Mit der französischen Herrschaft wurde das Kloster 1802 aufgehoben; aus der bisherigen Klosterkirche entstand 1803 eine Hilfspfarrei, 1814/15 eine ordentliche Pfarrei. (500 Jahre Wallfahrtskirche Klausen, Mainz 2003, Beiträge Daentler, S. 161 ff., und Resmini, S. 233 ff.)

Die Sage vom Eberhardfässchen

Das Eberhardsfässchen an der Turmspitze der Wallfahrtskirche Klausen
Das Eberhardsfässchen an der Turmspitze – 80 cm hoch, fasst einen Ohm (180 Liter).

Auf Eberhard geht die Sage um das Eberhardsfässchen zurück. Was heute an der Turmspitze sichtbar ist, ist freilich kein Weinfass, sondern ein kleines Kupferfässchen als Symbol der Sage. (500 Jahre Wallfahrtskirche Klausen, Mainz 2003, Beitrag Daentler, S. 162)

Der Überlieferung zufolge hatte Eberhard für die Bauarbeiter ein Fass Wein besorgt, das an einem heißen Tag leer wurde. Ein neues war bestellt, aber noch auf dem Weg. Die Arbeiten drohten zum Erliegen zu kommen. Eberhard wandte sich an die Gottesmutter. Sie bewirkte ein Wunder: Das Fass füllte sich mit bestem Wein und wurde bis zum Ende der Arbeiten nie mehr leer.

Jodocus’ letztes Vorhaben

Vermutlich geht das heutige Fass auf Jodocus Prüm zurück, der am 27. März 1876 während der Renovierung in Klausen starb. Die Wallfahrtskirche war sein letztes Projekt.

Wie schon beim Kloster St. Barbara und der Alten Kirche setzte er sein Vermögen für ein Gotteshaus ein, das Jahrhunderte überdauern sollte. Das Fass ist 80 Zentimeter hoch und fasst einen Ohm – ein früheres Maß von 180 Litern.

Von Klausen wurde sein Leichnam nach Wehlen überführt und in dem von ihm selbst bereits zu Lebzeiten angefertigten Sarkophag in der Alten Kirche beigesetzt.