Ab 1868 wurde mit Mitteln des Jodocus das beim Stadtbrand von 1857 zerstörte Kapuzinerkloster St. Barbara wiedererrichtet.
Die Kapuziner in Bernkastel
Die Kapuziner ließen sich 1615 in Trier nieder und suchten moselaufwärts neue Wirkungsstätten. Ab 1619 engagierten sie sich in Bernkastel – in Seelsorge und Jugenderziehung. 1641 ermöglichte ihnen das Trierer Domkapitel die Gründung einer Niederlassung.
1652 begann der Bau von Kirche und Kloster unterhalb der Burg Landshut. Der Trierer Erzbischof Karl Kaspar von der Leyen und die spanische Garnison unterstützten das Vorhaben. 1655 weihte Weihbischof Otto von Senheim die Anlage ein. 1657 wurde das Kapuzinerkloster im Mandat vollendet. Im Dezember 1798 lebten dort zwölf Priestermönche und drei Laienbrüder.
Säkularisation und Stadtbrand
Die Säkularisation brachte die Auflösung. Am 24. Juni 1803 wurden Kloster, Garten und Hofbering für 5025 Francs versteigert. Sie kamen in den Besitz der Stadt Bernkastel und der katholischen Pfarrei.
Wiederaufbau ab 1868
Jodocus Prüm beteiligte sich an der Instandsetzung. Die Grundsteinlegung für das neue Kloster erfolgte am 13. April 1869. Jodocus Prüm übernahm sämtliche Kosten; diese waren erheblich.
Ab 1868 renovierte Jodocus Kirche, Pfarrhaus und Schwesternkloster auf den alten Fundamenten. Die Arbeiten zogen sich nach dem Dorbach-Lagerbuch bis in die 1870er Jahre; 1870 zogen die ersten Schwestern ein. Die Renovierung verbrauchte einen Großteil seines Vermögens.
Heute: Altenheim
In den Gebäuden befand sich das Altenheim Kloster zur Heiligen Familie. Im Jahr 2023 wurde das Heim aufgelöst.
Die Renovierung des Klosters St. Barbara war einer der größten finanziellen Kraftakte im Leben des Jodocus – und zugleich ein Sinnbild seiner Haltung: sein Vermögen für Gebäude einzusetzen, die Jahrhunderte überdauern sollten.